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Das 19. und frühe 20. Jahrhundert waren von tiefgreifenden gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Umbrüchen geprägt. Industrialisierung, Kapitalismus, technische Entwicklung, soziale Konflikte und die Krise traditioneller Weltbilder stellten die Philosophie vor neue Herausforderungen. An die Stelle großer, weitgehend geschlossener philosophischer Systeme trat zunehmend eine Vielfalt konkurrierender Denkansätze.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel entwickelte eine umfassende Geschichts- und Gesellschaftsphilosophie. Karl Marx übernahm und veränderte die dialektische Methode Hegels und richtete den Blick auf materielle Lebensbedingungen, Klassenverhältnisse und gesellschaftliche Veränderung.
Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche kritisierten die Vorherrschaft rationalen Denkens und rückten Wille, Leben und individuelle Existenz in den Mittelpunkt. Der Positivismus und die empirischen Wissenschaften betonten dagegen die Bedeutung überprüfbarer Erkenntnis.
Mit Phänomenologie, Existenzphilosophie und Existenzialismus entstanden neue philosophische Richtungen; die analytische Philosophie rückte die Sprache und Logik ins Zentrum.
Zugleich beschäftigten sich Philosophen verstärkt mit den Folgen von Technik, Industrialisierung und gesellschaftlicher Entfremdung. Die beiden Weltkriege und der Aufstieg totalitärer Ideologien erschütterten den Fortschrittsoptimismus der Aufklärung.
Diese Epoche steht deshalb für eine grundlegende Selbstkritik der Moderne: Die Philosophie musste neu fragen, was Vernunft, Freiheit, Wahrheit und Menschlichkeit unter den Bedingungen einer zunehmend komplexen und krisenhaften Welt bedeuten.
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Borsig’s Maschinenbau-Anstalt zu Berlin
Karl Eduard Biermann (1847)