* um 330 v. Chr. in Kition (Zypern)
† um 260 v. Chr.
gilt als Begründer der stoischen Philosophie und zählt zu den einflussreichsten Denkern der Antike.

Zenon von Kition gilt als Begründer der stoischen Philosophie und zählt zu den einflussreichsten Denkern der Antike. Er wurde um 334 v. Chr. in Kition auf der Insel Zypern geboren, einer Stadt mit starkem phönizischem und griechischem Einfluss. Über seine Jugend ist wenig Sicheres bekannt; antike Quellen berichten jedoch, dass sein Vater ein Händler gewesen sei, der Zenon früh mit griechischer Literatur vertraut machte.

Der Legende nach führte ein Schiffbruch Zenon nach Athen – ein Ereignis, das sein Leben grundlegend veränderte. In Athen, dem geistigen Zentrum der griechischen Welt, begann er sich intensiv mit Philosophie zu beschäftigen. Zunächst schloss er sich der Schule der Kyniker an und wurde Schüler des Krates von Theben. Von den Kynikern übernahm Zenon die Betonung eines einfachen, naturgemäßen Lebens und die Kritik an äußeren Gütern wie Reichtum und Ruhm. Später studierte er auch bei anderen Philosophen, darunter Stilpon von Megara und Polemon, dem Leiter der Akademie Platons. Diese vielfältigen Einflüsse trugen dazu bei, dass Zenon schließlich eine eigenständige philosophische Lehre entwickelte.
Um etwa 300 v. Chr. begann Zenon, selbst zu lehren. Anders als viele Philosophen gründete er keine abgeschlossene Schule, sondern unterrichtete öffentlich in der sogenannten Stoa Poikile, einer Säulenhalle auf der Athener Agora. Von diesem Ort leitet sich der Name der stoischen Schule ab. Zenons Lehre war umfassend angelegt und gliederte sich in Logik, Physik und Ethik. Im Zentrum stand dabei die Ethik: Ziel des menschlichen Lebens sei es, gemäß der Natur zu leben, was für Zenon bedeutete, im Einklang mit der Vernunft zu handeln. Tugend galt ihm als das einzig wahrhaft Gute, während äußere Dinge wie Gesundheit, Besitz oder Ansehen als letztlich gleichgültig angesehen wurden.
Ein zentraler Begriff der stoischen Ethik ist die „Apathie“ (apatheia), womit nicht Gefühllosigkeit gemeint ist, sondern Freiheit von leidenschaftlichen Affekten, die den Menschen irrational beherrschen. Der Weise soll sich durch innere Gelassenheit und Selbstbeherrschung auszeichnen und auch in widrigen Lebensumständen seine moralische Integrität bewahren. Diese Lehre fand später großen Anklang, insbesondere in der römischen Kaiserzeit, etwa bei Seneca, Epiktet und Mark Aurel.
Zenon selbst führte ein zurückgezogenes und schlichtes Leben und genoss in Athen hohes Ansehen. Die Athener ehrten ihn für seine Tugendhaftigkeit und seinen Beitrag zum öffentlichen Leben. Er starb um 262 v. Chr. in hohem Alter. Über seinen Tod berichten antike Autoren eine symbolträchtige Anekdote: Nachdem er gestürzt war und sich verletzt hatte, soll Zenon den Tod als Zeichen der Natur gedeutet und freiwillig aus dem Leben geschieden sein. Auch wenn diese Geschichte historisch unsicher ist, spiegelt sie doch das stoische Ideal wider, das Zenons Leben und Denken prägte: die konsequente Ausrichtung des eigenen Daseins an Vernunft und Tugend.
Von Zenons Schriften ist keine erhalten. Seine Lehre lässt sich nur aus den Überlieferungen rekonstruieren.

Ehrungen
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Der Mondkrater Zeno wurde nach Zenon von Kition benannt.

![ZenonKitionKypros[1]](https://museum-der-philosophie.de/wp-content/uploads/2026/01/ZenonKitionKypros1.jpg)

Bildnachweis
Statue in Larnaca: Panek (CC BY-SA 4.0)