* 01.07. 1646 in Leipzig
† 14.11.1716 in Hannover
war einer der bedeutendsten Universalgelehrten der frühen Neuzeit. Er wirkte als Philosoph, Mathematiker, Jurist, Historiker und Diplomat.


Gottfried Wilhelm Leibniz war einer der bedeutendsten Universalgelehrten der frühen Neuzeit. Er wirkte als Philosoph, Mathematiker, Jurist, Historiker und Diplomat und gilt neben René Descartes und Baruch de Spinoza als einer der Hauptvertreter des Rationalismus. Seine Biografie wie auch sein philosophisches Werk sind geprägt von dem Versuch, Wissen zu systematisieren und Gegensätze zu versöhnen.
Leibniz wurde am 01.07.1646 in Leipzig geboren. Sein Vater war Professor für Moralphilosophie, wodurch Leibniz früh Zugang zu philosophischer Literatur erhielt. Bereits als Jugendlicher beschäftigte er sich autodidaktisch mit Logik und Metaphysik. Er studierte Philosophie und Jura in Leipzig und Altdorf und promovierte 1666 im Fach Jura. Schon früh zeigte sich sein interdisziplinäres Denken; Leibniz war überzeugt, dass alle Wissenschaften miteinander verbunden seien und sich gegenseitig bereichern könnten.

Beruflich stand Leibniz lange im Dienst des Hauses Hannover, zunächst als Hofrat und später als Bibliothekar. In dieser Funktion reiste er viel durch Europa, knüpfte Kontakte zu führenden Gelehrten seiner Zeit und führte umfangreiche Korrespondenzen. Diese Briefe sind ein wichtiger Bestandteil seines Werks, da Leibniz viele seiner philosophischen Gedanken nicht in systematischen Büchern, sondern in Abhandlungen und Briefen formulierte. Neben seiner philosophischen Arbeit entwickelte er unabhängig von Isaac Newton die Infinitesimalrechnung, was seine Bedeutung auch für die Mathematikgeschichte unterstreicht.
Philosophisch ist Leibniz vor allem für seine Metaphysik der Monaden bekannt. Monaden sind für ihn die letzten, einfachen Bestandteile der Wirklichkeit: geistige, nicht-ausgedehnte Substanzen, die die Welt ausmachen. Jede Monade spiegelt das gesamte Universum aus ihrer eigenen Perspektive wider. Es gibt jedoch keine kausale Wechselwirkung zwischen den Monaden. Stattdessen sind sie durch eine von Gott geschaffene „prästabilierte Harmonie“ aufeinander abgestimmt. Diese Idee sollte erklären, wie Ordnung und Zusammenhang in der Welt möglich sind, ohne auf direkte Wechselwirkungen zurückzugreifen.
Ein weiteres zentrales Element von Leibniz’ Philosophie ist sein Optimismus, der im berühmten Satz von der „besten aller möglichen Welten“ zum Ausdruck kommt, die Gott, als vollkommenes Wesen, notwendigerweise geschaffen haben muss. Übel und Leid seien zwar real, aber Teil eines größeren, insgesamt optimalen Zusammenhangs.
Auch in der Erkenntnistheorie und Logik hatte Leibniz großen Einfluss. Er vertrat die Auffassung, dass es angeborene Strukturen des Denkens gebe, die Erfahrung erst möglich machen. Zudem träumte er von einer universalen Wissenschaftssprache und einer formalen Logik, mit deren Hilfe Streitfragen rational entschieden werden könnten. Damit nahm er Entwicklungen der modernen Logik und Informatik vorweg.
Leibniz lebte am Ende vereinsamt und starb am 14.11.1716 in Hannover, weitgehend unbeachtet von seinen Zeitgenossen.


Dieses Werk mit dem Untertitel „Über die Güte Gottes, die Freiheit des Menschen und den Ursprung des Bösen“ ist die einzige von Leibniz‘ Schriften, die zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde. Darin versucht er, das Problem des Bösen mithilfe des Konzepts der besten aller möglichen Welten zu lösen.
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In diesem erst 1765 veröffentlichten Essays setzt sich Leibniz in Form eines fiktiven Dialogs mit John Lockes „Essay über den menschlichen Verstand“ auseinander und setzt ihm rationalistische Positionen gegenüber.
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In diesem Text, der nicht zur Veröffentlichung vorgesehen war, skizziert Leibniz die metaphysische Komponente seines philosophischen Systems, mit dem Begriff der Monade als zentralem Element.

Mit Leibniz erblühte ein großer Eifer für philosophisches Studium bei den Deutschen.
Heinrich Heine
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Bildnachweis
Statue Göttingen: Longbow4u (CC SA 1.0)
Statue Wien: Manuela Gößnitzer (CC BY-SA)
Statue Oxford: Andrew Gray (CC BY-SA 3.0)
Statue London: Yair Haklai (CC BY-SA 4.0)
Denkmal Leipzig: GFDL (CC BY-SA 3.0)
Geschichtsfries: Bernd Schwabe in Hannover (CC BY-SA 3.0)
Büste: Holbein66 (CC BY-SA 4.0)
Leibniztempel: Christian A. Schröder (CC BY-SA 4.0)
Denkmal Hannover: Axel Hindemith – gemeinfrei
Zitatnachweis
Heinrich Heine „Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland“ (1834)

Videos zu Leibniz findest du in unserem Kinosaal, zum Beispiel: