Hesiod – der erste Philosoph?

Hesiod war ein antiker griechischer Dichter, der im 8. Jahrhundert v. Chr. lebte. Er ist vor allem bekannt für seine Werke “Theogonie” und “Werke und Tage“, in denen er Mythologie, Theologie, Ratschläge für das Leben und landwirtschaftliche Themen behandelt.

Manche Historiker betrachten ihn auch als den ersten Philosophen der griechischen Antike, da er sich in seinen Werken mit Fragen der Natur, des Ursprungs der Welt und der menschlichen Gesellschaft befasste.

Vor allem in “Werke und Tage” findet sich viel Lebensweisheit. Einige Beispiele:

Dennoch wird er im Allgemeinen nicht als Philosoph im strengen Sinne des Wortes angesehen. Die Philosophie, wie sie später entwickelt wurde, umfasst eine systematische und rationalistische Untersuchung von Fragen zur Existenz, Erkenntnis, Ethik und Logik. Hesiods Werke sind eher in poetischer Form verfasst und befassen sich hauptsächlich mit mythologischen Erzählungen, praktischen Ratschlägen und moralischen Lehren.

Die frühen griechischen Denker, die oft als die ersten Philosophen angesehen werden, lebten und wirkten mindestens ein Jahrhundert nach Hesiod, darunter Personen wie Thales, Anaximander und Pythagoras. Diese Denker legten den Grundstein für die Philosophie als formale Disziplin, die sich von der mythologischen Erzählung und poetischen Darstellung unterscheidet, die in Hesiods Werken zu finden sind.

Gustave Moreau: Melpomene tröstet Hesiod (1891)
Gustave Moreau: Hesiod und die Muse (1857)
Gustave Moreau: Hesiod und die Muse (1860)

Falschzitat

So wie vielen Berühmtheiten, werden auch Hesiod Worte in den Mund gelegt, die er nie gesagt hat. So auch in diesem Fall.
Quelle: Zitatforschung

Bildnachweis
Mosaik Hesiod – TimeTravelRome (CC BY 2.0)
Titelblatt “Werke und Tage” (1539, gemeinfrei)
Gustave Moreau: Melpomene tröstet Hesiod – Musée d’Orsay Paris (gemeinfrei)
Gustave Moreau: Hesiod und die Muse – Fogg Art Museum Cambridge, Massachusetts (gemeinfrei)