Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Georg Wilhelm Friedrich Hegel
* 27.08.1770 Stuttgart
† 14.11.1831 Berlin
war ein deutscher Philosoph, der für die Entwicklung der dialektischen Methode und seine Ideen zur Geschichtsphilosophie bekannt ist, welche die Grundlagen für das Verständnis von Gesellschaft, Geschichte und Vernunft gelegt haben.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1770 in Stuttgart geboren, war ein deutscher Philosoph, der eng mit Schelling und Hölderlin verbunden war, da sie gemeinsam am Tübinger Stift Philosophie studierten und eine Begeisterung für die Antike sowie die Französische Revolution teilten. Hegels lebenslange Bewunderung für die Griechen prägte sein Denken.
Im Vergleich zu Schelling, der fünf Jahre jünger war und früh als genial galt, fiel Hegels Begabung zunächst nicht besonders auf. Er war ein tiefgründiger, aber langsamer Denker, der lange Zeit brauchte, um seine Gedanken zur Veröffentlichung vorzubereiten. Als er jedoch seine Schriften veröffentlichte, zeigten sie eine kohärente Einheit seiner Gedanken im Gegensatz zu Schelling, der seine Positionen oft änderte.
Nach einigen Jahren als Hauslehrer ermöglichte ihm eine Erbschaft, seiner inneren Berufung zu folgen, und er habilitierte sich auf Empfehlung von Schelling an der Universität Jena. Dort, inmitten eines geistigen Zentrums, das von bekannten Persönlichkeiten wie Schiller, Fichte, Schelling und den Romantikern frequentiert wurde, lehrte Hegel von 1801 bis 1806 und vollendete sein bedeutendes Werk “Phänomenologie des Geistes”.
Als Preußen 1806 in der Schlacht bei Jena besiegt wurde, verließ Hegel die Stadt. Nach Stationen als Redakteur und Rektor eines Gymnasiums in Nürnberg schrieb Hegel seine “Wissenschaft der Logik” und wurde schließlich nach Heidelberg berufen, wo er die “Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften” verfasste.
Schließlich folgte der Ruf nach Berlin, wo Hegel seinen größten Einfluss ausübte. Seine Vorlesungen fesselten führende Persönlichkeiten des Staates, und er wurde als der “preußische Staatsphilosoph” anerkannt. Seine Schüler übernahmen Lehrstühle an Universitäten, und die Hegelschen Ideen dominierte die deutsche Philosophieszene. Hegel behandelte eine breite Palette von Themen, darunter Rechts-, Kunst-, Religionsphilosophie, Philosophie der Geschichte und Geschichte der Philosophie. Nach seinem Tod im Jahr 1831 wurden viele seiner Vorlesungen von Schülern veröffentlicht und bildeten einen wichtigen Teil seiner Werke.

Hegel ist am bekanntesten für seine Entwicklung der dialektischen Methode, die er in Werken wie der “Wissenschaft der Logik” und der “Phänomenologie des Geistes” entwickelte. Diese Methode betont die Entwicklung von Ideen und Konzepten durch den Widerspruch und die Synthese von Gegensätzen. Für Hegel ist die Realität in ständiger Veränderung, und die Geschichte ist ein Prozess, in dem Ideen und Geist sich entwickeln. Diese dialektische Methode ist zentral für sein philosophisches System und beeinflusst viele spätere Denker.
Ein weiteres Schlüsselkonzept in Hegels Philosophie ist der “Weltgeist” oder die “Idee”. Hegel glaubte, dass die Wirklichkeit letztendlich von einem allumfassenden Geist oder einer Idee geprägt ist, die sich in der Geschichte entfaltet. Dieser Weltgeist entwickelt sich durch die Geschichte, und die Aufgabe der Philosophie besteht darin, diesen Prozess zu verstehen und zu beschreiben.
In der politischen Philosophie hat Hegel die Idee des Staates als höchste Verwirklichung der Freiheit entwickelt. Er argumentierte, dass der Staat die Institution ist, in der individuelle Freiheit und Gemeinwohl in Einklang gebracht werden. Seine Vorstellung vom Staat beeinflusste spätere politische Theorien und trug zur Entstehung des modernen Staatsverständnisses bei.
Hegels Arbeit in der Ästhetik und Kunsttheorie betonte die Bedeutung von Kunst als Ausdruck des Geistes. Er betrachtete die Kunst als einen Weg, die Ideen und Werte einer Kultur darzustellen und zu reflektieren. Seine Ideen zur Kunst haben die Kunsttheorie und die ästhetische Philosophie stark beeinflusst.
Die Bedeutung von Hegel erstreckt sich weit über die Philosophie hinaus. Seine Ideen haben die Sozialwissenschaften, die Literatur, die Theologie und die politische Theorie beeinflusst. Viele Denker, darunter Ludwig Feuerbach, Karl Marx und Friedrich Engels, wurden von Hegels Ideen inspiriert und entwickelten ihre eigenen Theorien auf der Grundlage seiner Arbeit.

Quelle: Störig (1950)

Das Wahre ist das Ganze

Werke
Quiz
Ehrungen

Georg Wilhelm Friedrich Hegel
* 27.08.1770 Stuttgart
† 14.11.1831 Berlin
war ein deutscher Philosoph, der für die Entwicklung der dialektischen Methode und seine Ideen zur Geschichtsphilosophie bekannt ist, welche die Grundlagen für das Verständnis von Gesellschaft, Geschichte und Vernunft gelegt haben.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1770 in Stuttgart geboren, war ein deutscher Philosoph, der eng mit Schelling und Hölderlin verbunden war, da sie gemeinsam am Tübinger Stift Philosophie studierten und eine Begeisterung für die Antike sowie die Französische Revolution teilten. Hegels lebenslange Bewunderung für die Griechen prägte sein Denken.
Im Vergleich zu Schelling, der fünf Jahre jünger war und früh als genial galt, fiel Hegels Begabung zunächst nicht besonders auf. Er war ein tiefgründiger, aber langsamer Denker, der lange Zeit brauchte, um seine Gedanken zur Veröffentlichung vorzubereiten. Als er jedoch seine Schriften veröffentlichte, zeigten sie eine kohärente Einheit seiner Gedanken im Gegensatz zu Schelling, der seine Positionen oft änderte.
Nach einigen Jahren als Hauslehrer ermöglichte ihm eine Erbschaft, seiner inneren Berufung zu folgen, und er habilitierte sich auf Empfehlung von Schelling an der Universität Jena. Dort, inmitten eines geistigen Zentrums, das von bekannten Persönlichkeiten wie Schiller, Fichte, Schelling und den Romantikern frequentiert wurde, lehrte Hegel von 1801 bis 1806 und vollendete sein bedeutendes Werk “Phänomenologie des Geistes”.
Als Preußen 1806 in der Schlacht bei Jena besiegt wurde, verließ Hegel die Stadt. Nach Stationen als Redakteur und Rektor eines Gymnasiums in Nürnberg schrieb Hegel seine “Wissenschaft der Logik” und wurde schließlich nach Heidelberg berufen, wo er die “Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften” verfasste.
Schließlich folgte der Ruf nach Berlin, wo Hegel seinen größten Einfluss ausübte. Seine Vorlesungen fesselten führende Persönlichkeiten des Staates, und er wurde als der “preußische Staatsphilosoph” anerkannt. Seine Schüler übernahmen Lehrstühle an Universitäten, und die Hegelschen Ideen dominierte die deutsche Philosophieszene. Hegel behandelte eine breite Palette von Themen, darunter Rechts-, Kunst-, Religionsphilosophie, Philosophie der Geschichte und Geschichte der Philosophie. Nach seinem Tod im Jahr 1831 wurden viele seiner Vorlesungen von Schülern veröffentlicht und bildeten einen wichtigen Teil seiner Werke.

Hegel ist am bekanntesten für seine Entwicklung der dialektischen Methode, die er in Werken wie der “Wissenschaft der Logik” und der “Phänomenologie des Geistes” entwickelte. Diese Methode betont die Entwicklung von Ideen und Konzepten durch den Widerspruch und die Synthese von Gegensätzen. Für Hegel ist die Realität in ständiger Veränderung, und die Geschichte ist ein Prozess, in dem Ideen und Geist sich entwickeln. Diese dialektische Methode ist zentral für sein philosophisches System und beeinflusst viele spätere Denker.
Ein weiteres Schlüsselkonzept in Hegels Philosophie ist der “Weltgeist” oder die “Idee”. Hegel glaubte, dass die Wirklichkeit letztendlich von einem allumfassenden Geist oder einer Idee geprägt ist, die sich in der Geschichte entfaltet. Dieser Weltgeist entwickelt sich durch die Geschichte, und die Aufgabe der Philosophie besteht darin, diesen Prozess zu verstehen und zu beschreiben.
In der politischen Philosophie hat Hegel die Idee des Staates als höchste Verwirklichung der Freiheit entwickelt. Er argumentierte, dass der Staat die Institution ist, in der individuelle Freiheit und Gemeinwohl in Einklang gebracht werden. Seine Vorstellung vom Staat beeinflusste spätere politische Theorien und trug zur Entstehung des modernen Staatsverständnisses bei.
Hegels Arbeit in der Ästhetik und Kunsttheorie betonte die Bedeutung von Kunst als Ausdruck des Geistes. Er betrachtete die Kunst als einen Weg, die Ideen und Werte einer Kultur darzustellen und zu reflektieren. Seine Ideen zur Kunst haben die Kunsttheorie und die ästhetische Philosophie stark beeinflusst.
Die Bedeutung von Hegel erstreckt sich weit über die Philosophie hinaus. Seine Ideen haben die Sozialwissenschaften, die Literatur, die Theologie und die politische Theorie beeinflusst. Viele Denker, darunter Ludwig Feuerbach, Karl Marx und Friedrich Engels, wurden von Hegels Ideen inspiriert und entwickelten ihre eigenen Theorien auf der Grundlage seiner Arbeit.

Quelle: Störig (1950)

Werke

Dies ist das erste Hauptwerk Hegels. Es erschien 1807 als Band 1 der Reihe “System der Wissenschaft”. Darin versucht Hegel, die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins und des Geistes von seinen einfachsten und unmittelbaren Formen bis zu seinem höchsten Ausdruck, dem absoluten Geist, zu beschreiben und zu erklären. Das Werk ist von grundlegender Bedeutung für das Verständnis seiner Dialektik und hat einen erheblichen Einfluss auf die moderne Philosophie.

lesen bei Zeno

Es ist das auf der “Phänomenologie des Geistes” aufbauende zweite Hauptwerk Hegels. Es erschien zwischen 1812 und 1816 in 2 Bänden. Darin untersucht Hegel die Struktur des Denkens, die Beziehung von Begriffen und Kategorien sowie die Entwicklung von Erkenntnisprozessen, was einen tiefgreifenden Einfluss auf die Philosophie und das Verständnis der Welt ausgeübt hat.

lesen bei Zeno

Das Grundwerk der Hegelschen Rechtsphilosophie erschien 1820 als Lehrbuch für die Berliner Studenten. Im Zentrum steht der Begriffe objektiver Geist und Freiheit.

lesen bei Zeno

Ehrungen

Hegel war der erste Philosoph, der dieses neue Bedürfnis, seine Zeit »in Gedanken zu erfassen«, artikuliert.
Jürgen Habermas

Büste von Gustav Bläser am Hegelplatz, Berlin (1872)
Statue am Rathaus Stuttgart von Daniel Stocker (1905) nach einem Modell von Georg Rheineck
Denkmal von Karl-Heinz Appelt vor der Universität Jena

Wissen Sie, was das Großartige an Hegel ist? Wann immer etwas Großes passierte, war seine erste Frage: Wie können jetzt die Dinge schieflaufen?
Slavoj Žižek

Stich von Lazarus Gottlieb Sichling
Zeichnung von Wilhelm Hensel (1829)
Gemälde von Jakob Schlesinger (1831)
Lithografie von Friedrich Sebbers
Das gelehrte Berlin” Lithografie von Julius Schoppe (um 1830)

Die absolute Idee ist reines Denken über reines Denken.
Bertrand Russell

Medaille von August Ludwig Held (1830)
Medaille 1831
500-Lire-Münze San Marino (1996)

Ein sehr tiefgründiger, doch etwas phantasiereicher Erforscher der Bewegungsgesetze der Menschheit.
Karl Marx

In der DDR wurde Hegel als Wegbereiter der Marxistischen Dialektik geschätzt und vielfach geehrt.

Münze DDR 1974
Briefmarke 1952
Briefmarke 1970
Verdienstmedaille Akademie der Wissenschaften der DDR, ca. 1982

Man kann das Kapital” von Marx […] nicht vollständig begreifen, ohne die ganze Logik von Hegel durchstudiert und begriffen zu haben. Folglich hat nach einem halben Jahrhundert nicht ein Marxist Marx begriffen.
W. I. Lenin

Briefmarke BRD 1974
Briefmarke Deutschland 2020
Briefmarke Ukraine 2018

Den gesunden Widerspruchsgeist hat Hegel mit der Dickköpfigkeit des Bauern hervorgehoben, der jahrhundertelang lernte, Jagd und Zins der mächtigen Feudalherren zu überstehen.
Theodor W. Adorno

Ein kleines Hegel-Quiz

Hegel wurde geboren in

 
 

Hegel war ein bedeutender Vertreter des

 
 
 

Hegels bekanntestes Werk hieß "Phänomenologie"

 
 
 

Ein Schlüsselbegriff in Hegels Philosophie ist

 
 
 

Ein berühmter Ausspruch Hegels lautet

 
 

Bildnachweis
Hegel während einer Vorlesung: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin / Jörg P. Anders (CC BY-NC-SA)
Büste Berlin: Daderot (public domain)
Denkmal Jena: Andreas Praefcke (CC BY 3.0)
Statue Stuttgart: Ecelan (CC BY-SA 3.0)
Das gelehrte Berlin: Kunstsammlungen der Veste Coburg
Medaille Held: Landesmuseum Württemberg (CC BY-SA 4.0)
Medaille 1831: Landesmuseum Württemberg (CC BY-SA 4.0)

Zitatnachweis
Jürgen Habermas: “Zeitdiagnosen” Frankfurt: Suhrkamp 2003
Slavoj Žižek: Interview taz.de 10.07.23
Bertrand Russell: “Unpopuläre Betrachtungen” Zürich 1951
Karl Marx: “Die Revolution in China und in Europa” 1853
W. I. Lenin: Werke in 40 Bänden, Band 38 ; Berlin: Dietz
Theodor W. Adorno: “Minima Moralia” Frankfurt: Suhrkamp 1951